... Veena (51) vom Gesundheitsteam. Für den zunächst geplanten Zeitraum Mai-Juni wurden den vier indischen Delegierten die Visa für Deutschland verwehrt. Der Aufenthaltszweck sei nicht glaubhaft und ihre Rückkehr nicht gesichert. Auch unsere kurzfristige Intervention beim Auswärtigen Amt änderte dies nicht. Entsprechend waren wir ohne indische Gäste beim Deutschen Evangelischen Kirchentag im Juni in Dortmund dabei - doch nicht weniger präsent, auch dank lebensgroßer Bilder der Adivasi.

Mit viel Unterstützung und noch mehr Dokumenten gab es schließlich die Visa für unser neu geplantes Programm. Mit unseren Unterrichtsveranstaltungen erreichten wir 598 Schüler/innen. Schüler/innen der Eine-Welt-AG Lauffen und der Schülerfirma Chameleon in Bretten waren mit einem je mehrtägigen Programm beteiligt. Für Interessierte der Eine-Welt-Arbeit führten wir acht öffentliche Bildungsveranstaltungen durch. Zu unserem zweitägigen Seminar mit diesen und zwei weiteren indischen Gästen kamen 61 Teilnehmende nach Heidelberg. Sehr erfolgreich führten wir auch einen zweitägigen Kreativ-Workshop mit Schüler/innen durch, bei dem ein Wandbild am Hölderlin-Gymnasium Lauffen gestaltet wurde. In Neuruppin gestalteten wir mit jungen Sprayern ein legales Graffiti im Stadtbild. Zudem organisierten wir Begegnungen und Austausch bei der BUNDjugend Potsdam, beim Jugendwohnprojekt JWP-Mittendrin e.V. in Neuruppin, in der Diakonischen Basisgemeinschaft "Brot und Rosen" in Hamburg, in einer Suppenküche für Bedürftige in Dortmund, auf einer Farm in Brackenheim-Meimsheim.

Es gab viel positives Feedback von den Teilnehmenden in Deutschland über diese besonderen Begegnungen, Gespräche, Lernerfahrungen. Doch auch unsere indischen Gäste kehrten bereichert nach Indien zurück. Alle vier betonten, dass viele der Aspekte in Diskussionen über Globalisierung, Klimawandel, Ressourcenübernutzung neu und anregend für sie waren; dass sie beeindruckt waren vom Engagement vieler junger Menschen; dass es gut war, viel an gemeinschaftlichem Engagement zu sehen:

Der Adivasi Kathiravan: "Ich war überrascht, dass es noch mehr Menschen wie uns gibt. Die Gespräche waren sehr motivierend." Der Adivasi Kichen ergänzt: "Dank der Fragen, welche gestellt wurden, denken wir intensiver über uns, unsere Arbeit nach."