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Adivasi für Adivasi - inspirierende Selbsthilfe im AMS

Mangelernaehrung 1Grafik: Flagge mit Logo des Adivasi-Netzwerks AMS

"AMS ist die Stimme für uns Paniya-, Kattunaicken-, Bettakurumba- und Mullakurumba-Adivasi hier in der Region. Wir wollen bessere Lebensbedingungen erreichen und sorgen für Bildung, Einkommen, Gesundheit und notwendige Infrastruktur. Wir kämpfen für unsere Rechte und protestieren gemeinsam gegen jede Verletzung unserer Menschenrechte. Wir wollen unsere solidarische Gemeinschaft bewahren."

Dies erklärt K.T. Subramanian, der sich als junger Mann als einer der ersten Adivasi im AMS engagierte und heute als Secretary für das AMS aktiv ist. An die 15.000 Adivasi in 320 Dörfern sind im AMS vernetzt. Das AMS ist eine starke Stimme für die Adivasi in der Region der Kleinstädte Gudalur und Pandalur im Westen der südindischen Nilgiri-Berge.


So funktioniert das Adivasi-Netzwerk AMS:

Organigramm AMS deutsch Eine Mitgliedschaft im Adivasi-Netzwerk AMS gilt für die ganze Familie. Kinder, Jugendliche, Männer und Frauen profitieren von der Arbeit des AMS und engagieren sich.

Viele Freiwillige sind in ihren Dörfern aktiv: Sie begleiten Kinder auf dem Schulweg zum Schutz vor wilden Elefanten oder unterstützen sie bei Lern und Spiel. Sie errichten ein Volleyball-Feld oder leiten Jüngere im Frisbee-Training an. Sie reinigen einen Brunnen, sparen gemeinsam im Village Fund, bauen oder renovieren ein Gemeinschaftsgebäude. Sie organisieren ein Fest oder etablieren eine Kooperative für die gemeinschaftliche Vermarktung von Produkten.

Etwa 100 im AMS ausgebildete Animator*innen arbeiten für alle Belange der Adivasi in je 30 bis 40 Dörfern: Health Animators informieren und leisten primäre Gesundheitsversorgung. Education Coordinators unterstützen Eltern und Schüler*innen, leiten Feriencamps, Examensvorbereitungen und Nachhilfe an. Village Animators vernetzen, organisieren Demonstrationen, begleiten Anträge für Waldrechte, leisten Hilfe bei zerstörten Häusern und Vieles mehr. Saving Coordinators und Area Accountants übernehmen ebenfalls wichtige Aufgaben.

In acht AMS-Zentren läuft die Arbeit aus den Dörfern zusammen: Die weitläufige Region mit über 300 zum Teil schwer erreichbaren Dörfern hat das Adivasi-Netzwerk AMS in acht Gebiete aufgeteilt. In jedem Gebiet wurde ein AMS-Gemeinschaftszentrum (ein AMS Area Centre) errichtet: in Gudalur, Devala, Devarshola und Srimadurai (im Gudalur-Taluk) sowie in Ponnani, Pattavayal, Erumad und Ayyankolly (im Pandalur Taluk). Hier treffen sich Animator*innen und Dorfbewohner*innen zu Absprachen und Trainings-Workshops, hier lagern Medikamente, hier werden Adivasi-Produkte wie Honig oder Pfeffer zur weiteren Vermarktung angenommen, hier gibt es Internet und Computer. Manche laden hier ihre Smartphones auf, weil sie Zuhause keinen Strom haben.

Die Arbeit in den acht AMS-Gebieten ist mit den AMS-Institutionen in der Kleinstadt Gudalur vernetzt: Zur Bewältigung der komplexen Arbeit sind eigene Adivasi-Organisationen entstanden, die in Gudalur ihren Sitz haben: ASHWINI für die Gesundheit der Adivasi, der "Viswa Bharati Vidyodaya Trust" für die Bildung der Adivasi, das Handelsnetzwerk "Just Change" für die Vermarktung von Adivasi-Produkten und nicht zuletzt ACCORD für die Verwirklichung der Rechte der Adivasi und die Bewahrung der solidarischen Gemeinschaft.

In der Kleinstadt Gudalur ermöglicht ein Adivasi-Krankenhaus sehr gute ärztliche Behandlung; bis auf die Ärzte sind alle Beschäftigten Adivasi, auch im Management. Eine Adivasi-Grundschule zeigt als Modellschule, wie gute Bildung für Adivasi möglich ist, eine staatliche Adivasi-Internatsschule in Gudalur wird mit betreut. In Gudalur hat das Handelsnetzwerk "Just Change" seinen Sitz - hier werden Adivasi-Produkte verpackt und versandt. Von Gudalur aus koordiniert die Adivasi-Organisation ACCORD die Arbeit im Adivasi-Netzwerk AMS, organisiert die Finanzierung und Öffentlichkeitsarbeit und setzt für die Arbeit in den Dörfern Impulse. In all diesen Teams arbeiten Adivasi und engagierte indische Aktivist*innen zusammen, um teilweise visionäre Ideen gemeinsam mit den Adivasi in den Dörfern umzusetzen. Im AMS-Gemeinschaftshaus in Gudalur kommen alle Animator*innen aus den Dörfern regelmäßig zusammen, um ihre Arbeit zu planen und auszuwerten.

Wir im Adivasi-Tee-Projekt unterstützen diese Arbeit im Adivasi-Netzwerk AMS seit 1994. Unser Partner ACCORD („Action for Community Organisation, Rehabilitation and Development“) begann 1986 als Initiative von zwei indischen Aktivist*innen und einem Adivasi, um die Adivasi-Bevölkerung der Gudalur-Region für Landrechtsdemonstrationen zu mobilisieren. 10.000 Adivasi kamen damals zur ersten großen Landrechtsdemonstration. Aus dieser gemeinsamen Bewegung hat sich das Adivasi-Netzwerk AMS entwickelt, in dem sich bis heute kontinuierlich fast 15.000 der ca. 22.000 Adivasi der Region organisieren - Paniya, Mullakurumba, Bettakurumba, Kattunaicken und wenige Irula.

Für uns ist das Adivasi-Netzwerk AMS ein außergewöhnliches Beispiel für erfolgreiche basisorganisierte und selbstbestimmte Entwicklungsarbeit - von Adivasi für Adivasi. Gern werben wir für diese Arbeit um Spenden und Unterstützung. Gern tragen wir Inspiration und Lernerfahrungen für nachhaltige Entwicklung weiter und ermöglichen Austausch und gegenseitiges Lernen. Wir freuen uns, wenn Sie dabei sind.


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