Obstbäume für mehr Vielfalt und Zukunft in den Adivasi-Dörfern
Über viele Jahrzehnte hinweg wurde der Zugang der Adivasi, der indigenen Bevölkerungsgruppen Indiens, zu ihren traditionellen Wäldern und deren vielfältigen Produkten immer weiter eingeschränkt. Gesetze, Abholzung, Plantagenwirtschaft, Zuwanderung und der Ausbau von Infrastruktur haben die Lebensgrundlagen vieler Gemeinschaften grundlegend verändert.
Für die Adivasi hat diese Entwicklung weitreichende Folgen. Viele Menschen sind zunehmend auf schlecht bezahlte Tagelohnarbeit angewiesen und haben einen Teil ihrer wirtschaftlichen Unabhängigkeit verloren. Gleichzeitig ist die Ernährung vieler Familien einseitiger geworden. Wo früher wildes Obst, Gemüse, Kräuter und andere Nahrungsmittel aus dem Wald selbstverständlich zur Verfügung standen, fehlt heute häufig diese Vielfalt. Staatliche Unterstützung besteht vielfach vor allem aus der Ausgabe von weißem Reis. Mangelernährung und Armut nehmen zu – ebenso wie der Verlust von traditionellem Wissen und der engen Verbindung zur Natur.
Neue Bäume, neue Perspektiven
Um dieser Entwicklung etwas entgegenzusetzen, hat ACCORD im Jahr 2022 ein Obstbäume-Projekt gestartet - das ATP sammelt in Deutschland Spenden dafür.
Die Idee dahinter ist einfach und zugleich wirkungsvoll: Auf Familien- und Gemeinschaftsland werden unterschiedliche Obstbaumarten gepflanzt. So entstehen langfristig neue, vielfältige Nahrungsquellen direkt in den Dörfern. Gleichzeitig können die Familien mit dem Verkauf überschüssiger Ernten zusätzliches Einkommen erzielen.
Das Projekt knüpft bewusst an traditionelle Kenntnisse und Praktiken der Adivasi an. Das gemeinsame Pflanzen und die spätere Ernte verbinden Generationen, stärken das Teilen innerhalb der Dorfgemeinschaften und fördern die Beziehung zur Natur.
Mehr als 5.000 Bäume für 70 Dörfer
Wie groß das Interesse an dem Projekt ist, zeigen die Zahlen: Mit den im Jahr 2023 gesammelten 5.430,35 Euro konnten insgesamt 5.469 Setzlinge von zehn verschiedenen Baumarten angeschafft werden.
Dazu gehören unter anderem:
- Mango
- Neem
- Indische Pflaume
- Jackfrucht
- Drumsticks
- Avocado
- Amla
- Zitronen
Die Bäume wurden in 70 Dörfern an insgesamt 697 Familien verteilt.
Dabei konnten die Familien selbst entscheiden, welche Baumarten und wie viele Setzlinge sie für ihr Land auswählen möchten. Nach der Bestellung wurden die jungen Bäume mit Unterstützung vieler jugendlicher Gemeindemitglieder in die Dörfer transportiert und dort verteilt.
Die Freude über die Setzlinge ist groß. Die Familien pflanzen die Bäume selbst, kümmern sich um sie und können später die Früchte ernten. Ein Teil der Ernte dient der eigenen Ernährung, Überschüsse können verkauft werden. Gleichzeitig wird das Teilen der Ernte innerhalb der Gemeinschaft gefördert und damit das Miteinander in den Dörfern gestärkt.

Ein Projekt mit vielen positiven Wirkungen
Obstbäume können weit mehr bewirken, als nur Früchte zu liefern. Das Projekt verbindet verschiedene Bereiche, die für die Zukunft der Adivasi-Gemeinschaften wichtig sind:
Gesundheit:
Die Früchte sorgen für eine abwechslungsreichere und nährstoffreichere Ernährung und können dazu beitragen, Mangelernährung entgegenzuwirken.
Einkommen:
Was die Familien nicht selbst benötigen, kann verkauft werden. Dadurch entstehen zusätzliche Möglichkeiten, das Haushaltseinkommen zu verbessern.
Gemeinschaft und Kultur:
Gemeinsames Pflanzen, Pflegen, Ernten und Teilen stärkt den Zusammenhalt in den Dörfern. Gleichzeitig wird traditionelles Wissen über Pflanzen und ihre Nutzung weitergegeben.
Umwelt:
Die Bäume tragen zur Artenvielfalt bei, schützen den Boden und können dabei helfen, lokale Waldverluste teilweise auszugleichen. Gleichzeitig speichern sie Kohlenstoff und leisten damit einen kleinen, aber wichtigen Beitrag zum Klimaschutz.
Das Projekt wächst weiter
Das große Interesse zeigt: Der Wunsch nach eigenen Obstbäumen ist in den Adivasi-Dörfern groß. Deshalb werden inzwischen weitere Dörfer und Familien in das Projekt einbezogen.
Jeder gepflanzte Baum ist dabei eine Investition in die Zukunft. Er kann über viele Jahre Früchte tragen, die Ernährung einer Familie bereichern, ein zusätzliches Einkommen ermöglichen und gleichzeitig die Gemeinschaft stärken.
Ihre Unterstützung hilft dabei, noch mehr Familien zu erreichen und die Lebensgrundlagen der Adivasi nachhaltig zu stärken.
Wenn Sie das Obstbäume-Projekt unterstützen möchten, können Sie bei Ihrer Spende gerne den Verwendungszweck „Spende für Obstbäume“ angeben.
Herzlichen Dank für Ihre Unterstützung!
