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ATP - Bildungsarbeit


Seite für junge User: Musik der Adivasi

 

Bildung für nachhaltige Entwicklung

 

Nachhaltige Entwicklung verbindet wirtschaftliche Leistungsfähigkeit mit sozialer Gerechtigkeit, ökologischer Verträglichkeit und demokratischer Politikgestaltung. Insofern ist nachhaltige Entwicklung gleichbedeutend mit einer zukunftsfähigen Entwicklung. Das Leitbild nachhaltiger Entwicklung ist es, in der Gegenwart die Chancen für alle Menschen auf der Erde fair zu verteilen und für die Zukunft auch den künftigen Generationen Chancen für ein erfülltes Leben zu geben. Oft scheinen wirtschaftliche Entwicklung, Umweltschutz und soziale Gerechtigkeit unvereinbar zu sein und Interessenkonflikte entstehen. Um nachhaltige Entwicklung zu ermöglichen, braucht es Wissen, wie sie möglich ist, Kompetenzen, wie sie erreicht werden kann - und die Überzeugung und Motivation, nachhaltige Entwicklung zu wollen und entsprechend zu halten.

Das Ziel einer "Bildung für nachhaltige Entwicklung" ist es, Wissen zu nachhaltiger Entwicklung zu vermitteln, Denken im Sinne nachhaltiger Entwicklung zu fördern und zum Handeln für nachhaltige Entwicklung zu motivieren - Kinder, Jugendliche und Erwachsene. Bildung für nachhaltige Entwicklung versetzt Menschen in die Lage,  Entscheidungen für die Zukunft zu treffen und dabei abzuschätzen, wie sich das eigene Handeln auf künftige Generationen oder das Leben in anderen Weltregionen auswirkt - hinsichtlich sozialen, ökologischen und wirtschaftlichen Aspekten. Der oder die einzelne erfährt durch Bildung für nachhaltige Entwicklung: Was ich tue, hat Konsequenzen für mein Umfeld und für andere Menschen. Sogar für Menschen, die ich nicht persönlich kenne, die sogar in anderen Weltregionen leben. Und: Ich kann etwas tun, um die Welt etwas zu verbessern. Ein solches Denken ist dringend notwendig, um globale Probleme wie Armut und den Raubbau an der Natur anzugehen und Veränderungen anzustoßen. Regierungen, Unternehmen und Organisationen müssen im Sinne nachhaltiger Entwicklung handeln. Aber auch jeder und jede einzelne kann etwas tun: in der Freizeit, in der Schule und am Arbeitsplatz. Diese Zusammenhänge und Möglichkeiten für das eigene Handeln zeigt Bildung für nachhaltige Entwicklung auf.

Bildung für nachhaltige Entwicklung vermittelt Wissen über globale Zusammenhänge und Herausforderungen (wie globale Gerechtigkeit oder den Klimawandel) sowie die komplexen wirtschaftlichen, ökologischen und sozialen Ursachen dieser Probleme.

Bildung für nachhaltige Entwicklung fördert Kompetenzen, um Wissen über nachhaltige Entwicklung anwenden, Probleme einer nicht nachhaltigen Entwicklung erkennen und alternativ handeln zu können. Zu diesen Kompetenzen gehören vorausschauendes Denken, interdisziplinäres Wissen (d.h. die Fähigkeit, Wissen aus verschiedenen Fachgebieten zu verknüpfen), selbständiges Handeln sowie soziale Kompetenzen wie Perspektivenwechsel und Empathie (die Fähigkeit, mich in andere hineinzuversetzen) und Kompetenzen zur Konfliklösung.

Mit der 2014 zu Ende gegangenen UN-Dekade „Bildung für nachhaltige Entwicklung" (2005-2014) hatten sich die Staaten der Vereinten Nationen verpflichtet, die Bildung für nachhaltige Entwicklung zu stärken.

Lesen Sie mehr zum Thema...

... im BNE-Portal

das Online-Portal für Bildung für nachhaltige Entwicklung: www.bne-portal.de

... im "Orientierungsrahmen für den Lernbereich Globale Entwicklung im Rahmen einer Bildung für nachhaltige Entwicklung"

2. akt. und erw. Auflage, Cornelsen-Verlag 2016; erarbeitet im Auftrag der Kultusministerkonferenz (KMK) und des Bundesministeriums für wirtschaftliche Zusammenarbeit und Entwicklung (BMZ), herausgegeben von ENGAGEMENT GLOBAL gGmbH. Den Orientierungsrahmen können Sie hier bestellen oder kostenfrei herunterladen.

Unser Adivasi-Tee-Projekt wird im Orientierungsrahmen als Kompetenzorientiertes Unterrichtsbeispiel für Neue Fremdsprachen (Englisch) vorgestellt.

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Adivasi über ihren Glauben


"We cannot accept to share bread and wine as a symbol of believing in Jesus Christ. – But we can share bread and wine as a symbol that we are one family."

Dies sagen die Adivasi Janaki, Omana und Velan über ihre Teilnahme an multi-religiösen Zeremonien in Deutschland mit dem Adivasi-Tee-Projekt. Über den Glauben der Adivasi in den Nilgiris-Bergen sagen sie weiterhin folgendes:

"We adivasi people believe in natur and worship nature elements like mountain, river, forest which are gifts from god. For us god means the spirits. We don´t worship gods who have created the world. But we worship Guliyan, which is a guarding deity in the forests. Once in a year worship will be offered to the deity Guliyan by offering chicken.

Kavu is our holy place of worship to the spirits. It is found in the forest under the Banian tree and near a river. We light a lamp made of mud and keep it in the place of worship.

We celebrate other religious festivals also. During Putheri the harvested crop will be placed  in front of the Deivapura in each adivasi village and worshipped and the new harvest of paddy will be distributed to every house in the village. Twice a year we celebrate a Pooja for Onam and Vishu festival. Coconut, Pori, Avil, beetel leaf, arch nut  and coins tied in a cloth piece will be kept in banana leaf in front of the deity in their respective houses. Once a year the different generations of an adivasi family together offer food to their ancestors. At this Uchar festival in March or April the family will think of their ancestors and sing and dance during this event.

During our religious festivals and ceremonies we adivasi will call the spirits. Adivasi also call the spirits to get their approval when we have to travel long, or perform some cultural activity in another village. The village elder tosses a coin up in front of the place of worship. This is done till the head of the coins comes and is considered to mean an approval from the spirits and ancestors for the plan.

Some adivasi families also pray to hindu gods in addition to their traditional believes. Normally most of the adivasis go to hindu temples to offer worship and go to non-tribal festivals in their areas. But people from other communities or religions do not come to take part in our religious activities. Sometimes visitors are interested and come to the forest and our places of worship. If we have any family function, we call both tribal and non-tribal friends and neighbours and they together will take part in our function. We also take part in functions of other friends or families.

We feel that adivasis should retain their own identity and religion which is already there and that needs to be preserved. We cannot follow the things wich affect our identity, other dress codes and fashions, and we do weddings in our traditional way of ceremony. But, if there are good things in other religions they can be followed to the extent those things do not affect our life or culture but have good effects. For instance to develop the habit of savings or to provide a good education. There is nothing wrong in admitting our children in other schools. At school children may learn about other religions to know about other religions.

When we do an interreligious ceremony with our friends from the Adivasi-Tee-Projekt in Germany, both of us share parts of our religious ceremonies. It is good that they are doing their part and we are doing our part. We cannot accept to share bread and wine as a symbol of believing in Jesus Christ. – But we can share bread and wine as a symbol that we are one family."

 Videos für die Sekundarstufe, Kl. 9 bis 12

      Zum Abspielen klicken Sie auf das Dreieck im Video-Bild. Sie sehen das Video im Vollbildmodus, wenn Sie danach auf das Rechteck rechts im Video-Bild klicken.  
         
 

Kattunaicken-Adivasi in der Gudalur-Region über ihre tradierte Praxis der Honigsammlung.

Ein Video des Adivasi Munnetra Sangam in Gudalur (7:39 min).

 

 

Der Adivasi Ramesh über Konflikte zwischen Mensch und Elefant in der Gudalur-Region. Ramesh arbeitet bei The Shola Trust in Gudalur u.a. anderem für den Schutz von Elefanten.

Ein Video von The Shola Trust in Gudalur (1:20 min).

             
 

Der Adivasi Surendiran über die Veränderungen für die Adivasi in der Gudalur-Region.

Ein Video von The Shola Trust in Gudalur (2:23 min).

   

Der Adivasi Subramanian über die Adivasi-Teeplantage Madhuvana in den südindischen Nilgiris-Bergen. Er ist ihr erfahrener Manager.

Ein Video von The Shola Trust (4:31 min).

             

Film "Honey Hunters of the Blue Mountains" (Englisch, 32 min)

Wir empfehlen diesen Film, produziert von Riverstone Studies & Keystone Foundation in den Nilgiris-Bergen (32 min) als Ergänzung zu den Fachtexten "Men and Nature in the Nilgiris in South India" für die Sekundarstufe. Der Film begleitet in beeindruckenden Bildern die Ernte von Wildhonig auf Bäumen und an steilen Klippen in den Nilgiris-Bergen. Als Ergänzung zu den Fachtexten können Schüler/innen erkennen, wie Adivasi traditionell in ökologisch nachhaltiger Weise Waldprodukte nutzen. 

Wir leihen Ihnen den Film für Ihren Unterricht gern kostenlos aus.

             

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  Videos für die Primarstufe, Klassen 1 bis 4

  Der Film über die Adivasi-Schule Vidyodaya in Gudalur entstand im Rahmen eines ihrer Schulprojekte von und mit Adivasi-Schüler/innen. In den weiteren Videosequenzen stellen sich Schüler/innen der Adivasi-Schule kurz vor.
    Zum Abspielen klicken Sie auf das Dreieck im Video-Bild. Sie können das Video im Vollbildmodus anschauen, wenn Sie danach auf das Rechteck rechts im Video-Bild klicken.  
         

Video: Adivasi-Schule Vidyodaya in Gudalur (5:42 min)

 

Video: Nitesh

 

Video: Aswhathi

         

Video: Prasad

 

 Video: Badichi

 

 Video: Sagar

         

Video: Vipin

 

 Video: Aghalya

 

 Video: Aneru

         

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Neuigkeiten:

tourErfolgreich: "Adivasi-Tour" 2017

Vom 5. Mai - 7. Juni 2017 fand unsere jüngste vierwöchige Veranstaltungs- und Begegnungsreise mit Adivasi in Deutschland statt. Unter dem Thema "Südindische Ureinwohner/innen gestalten Zukunft" führten wir ein Pfingst-Seminar im Pfälzer Wald sowie ein Programm mit Unterrichts- und Bildungsveranstaltungen und Begegnungen in Kamen, Dortmund, Celle, Hamburg, Jever, Bretten, Lauffen a.N., Segnitz, Marl und Gütersloh durch. Zudem wirkten wir beim Deutschen Evangelischen Kirchentag in Berlin mit einem Stand auf dem Markt der Möglichkeiten im Bereich Fairer Handel mit. Zu Gast waren die Adivasi-Krankenschwester Gowri (23), die Adivasi-Lehrerin Meena (31), der Lehrer Rahul (30) und der AMS-Dorfanimator Ayyappan (52).

Wir danken unseren Geldgeber/innen (s. unten) und allen Spender/innen recht herzlich.

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AusgezeichnetAusgezeichnet: Unser Unterricht zu Adivasi

Von uns konzipierter und mit der Lehrerin Anke Jutrzenka gestalteter Unterricht wurde ausgezeichnet. Das Wahlpflichtfach Globales Lernen im Fach Gesellschaftskunde an der Integrierten Gesamtschule Celle darf nun den Titel "Faire Schulklasse - Klasse des Fairen Handels des Schuljahres 2016/17" tragen. Mehr Infos unter www.faire-schulklasse.de...
Interessierte Schüler/innen und Schüler der 7. Klassen beschäftigten sich im gesamten Schuljahr wöchentlich zwei Stunden mit Indigenen weltweit, Adivasi in Indien, Nachhaltigkeit und Fairem Handel. Ein Höhepunkt war unser Schulprojekttag mit indischen Gästen des Adivasi-Tee-Projekts für die gesamte Jahrgangsstufe. Nach der ersten Erprobung wird dieser Projektunterricht zu Adivasi an der IGS Celle in diesem Schuljahr fortgesetzt und mit uns weiter verbessert und dokumentiert - damit künftig auch andere Schulen diesem ausgezeichneten Beispiel nachfolgen können.

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Ereignisse:

08-2017 webAMS-Kalender: August 2017

Jährlich bringt das Adivasi-Netzwerk AMS einen Kalender heraus, der auch traditionelle und lokale Feiertage der Adivasi ausweist. In jedem Haushalt der etwa 15.000 AMS-Mitglieder hängt der AMS-Kalender.
Zum AMS-Kalender...

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Tag der indigenen Weltbevölkerung9. August: Internationaler Tag der indigenen Bevölkerung der Welt

Seit 1994 wird dieser Tag veranstaltet, um die Rechte der indigenen Bevölkerung (der "Ureinwohner/innen") zu fördern und zu schützen. Der Aktionstag erkennt auch das Wissen und die Leistungen indigener Bevölkerungsgruppen an, z.B. beim Umweltschutz. Weltweit gibt es geschätzt etwa 350 Millionen Angehörige von indigenen Völkern. In Indien leben etwa 104 Millionen Indigene, in Indien Adivasi genannt. Eine ihrer Hauptforderungen ist die Anerkennung ihrer Rechte von Landbesitz und Waldnutzung. Diese Rechte der Adivasi sind gesetzlich mit dem "Forest Rights Act" anerkannt, doch die Umsetzung der Rechtsansprüche dauert und ist mangelhaft. 2015-16 wurden 8 von 10 Anträgen auf Landrechte durch den indischen Staat abgelehnt. In den Nilgiris-Bergen war das Adivasi-Netzwerk AMS Vorreiter bei der Umsetzung des Gesetzes: Die Adivasi bildeten sofort "forest rights commitees"; etwa die Hälfte der beantragten Land- und Waldnutzungsrechte wurden bisher bewilligt.

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Flagge Indiens15. August: Tag der Unabhängigkeit

Der Tag der Unabhängigkeit, ein nationaler Feiertag, wird auch vom Adivasi-Netzwerk AMS mit Aktivitäten zu Spiel & Spaß begangen. - Am 15. August 1947 erlangte Indien die Unabgängigkeit von der britischen Kolonialherrschaft. Die indische Unabhängigkeitsbewegung zeichnete sich durch weitgehend gewaltlosen Widerstand aus. Mit der Unabhängigkeit wurde das British Indian Empire entlang religiöser Grenzen in Indien und Pakistan aufgeteilt; 15 Millionen Menschen mussten infolge gewalttätiger Ausschreitungen ihre Heimat verlassen. In der indischen Flagge symbolisiert das Orange (Safran) Verzicht (der politischen Führer auf materielle Ziele), das Weiß Frieden und Wahrheit, das Grün Treue und Heimatliebe. Das Ashoka-Rad steht für das ewige Rad des Gesetzes und die Dynamik friedlichen Wandels.

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Paniya Chankiranthi 216. August: Paniya Chankiranthi

Die Adivasi der Paniya beten an "Paniya Chankiranthi" zu den Familien- und Dorfgöttern. Eine aus frisch geerntetem Reis zubereitete Süßspeise wird den Göttern dargeboten und dann als Gottesgabe verteilt. Traditionelle Paniya-Tänze (im Bild) sind ein wichtiger Bestandteil des Festes.

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